Sicherheitsbeauftragter

Sicherheitsbeauftragter in der Schweiz — Pflicht, Aufgaben & Ausbildung

Von Pascal Kurz · April 2026 · 8 Min. Lesezeit

Braucht Ihr Betrieb einen Sicherheitsbeauftragten? Und wenn ja — was muss diese Person können, welche Ausbildung braucht sie, und lohnt sich eine externe Lösung? In diesem Leitfaden beantworte ich die häufigsten Fragen zum Thema Sicherheitsbeauftragter (SIBE) und KOPAS in der Schweiz.

SIBE, KOPAS, ASGS — was bedeuten die Kürzel?

Im Schweizer Arbeitsschutz tauchen verschiedene Bezeichnungen auf, die oft verwechselt werden. Hier die wichtigsten:

Wichtig zu wissen: «Sicherheitsbeauftragter» ist in der Schweiz eine Funktion, kein geschützter Berufstitel. Die Verantwortung für die Arbeitssicherheit bleibt immer beim Arbeitgeber — auch wenn er die Aufgaben an einen SIBE delegiert.

Wann ist ein Sicherheitsbeauftragter Pflicht?

Ob Ihr Betrieb einen Sicherheitsbeauftragten bestellen muss, hängt von zwei Faktoren ab: der Anzahl Mitarbeitende und den vorhandenen Gefährdungen gemäss Anhang 1 der EKAS-Richtlinie 6508.

Betriebstyp Anforderung SIBE nötig?
Besondere Gefährdungen, ab 10 MA Vollständiges Sicherheitssystem nach 10 Elementen, dokumentiert Ja — intern oder extern
Besondere Gefährdungen, unter 10 MA Massnahmen nachweisen mit einfachen Mitteln Empfohlen, nicht zwingend
Keine besonderen Gefährdungen, ab 50 MA Sicherheitssystem erforderlich Ja
Keine besonderen Gefährdungen, unter 50 MA Allgemeine Pflichten VUV/ArGV3 Nicht zwingend
Praxis-Tipp: Viele Betriebe fallen unter «besondere Gefährdungen», ohne es zu wissen. Schon ein Lager mit Staplern, eine Werkstatt mit Maschinen, oder der Umgang mit Reinigungsmitteln kann als besondere Gefährdung gemäss Anhang 1 gelten. Im Zweifel lohnt sich eine fachkundige Einschätzung.

Die Aufgaben eines Sicherheitsbeauftragten

Die konkreten Aufgaben variieren je nach Betrieb und Branche. Gemäss SUVA und EKAS umfassen die Kernaufgaben eines SIBE typischerweise:

Die SUVA beschreibt die primären Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten mit drei Worten: beurteilen, beraten und begleiten.

Ausbildungsstufen — vom KOPAS bis zum ASGS-Spezialisten

In der Schweiz gibt es ein gestuftes Ausbildungssystem für Sicherheitsbeauftragte. Welche Stufe Ihr SIBE braucht, hängt von der Komplexität Ihres Betriebs ab.

Stufe Ausbildung Dauer Geeignet für
KOPAS Grundkurs SIBE/KOPAS (SUVA-anerkannt) 2 Tage KMU, Bürobetriebe, einfache Gefährdungen
Sicherheitsassistent/in ASGS Vertiefungslehrgang mit Zertifikat SUVA 8 Tage Betriebe mit komplexeren Gefährdungen
Spezialist/in ASGS Eidg. Berufsprüfung (Fachausweis) ~1 Jahr berufsbegleitend Professionelle Sicherheitsfachleute, Beratung
Experte/in ASGS Höhere Fachprüfung (eidg. Diplom) ~1,5 Jahre berufsbegleitend Führungspositionen, Sicherheitsingenieure

Der KOPAS-Grundkurs (2 Tage, ca. CHF 900–1'400) reicht für die meisten KMU aus. Er wird von der SUVA, dem Verein Arbeitssicherheit Schweiz und verschiedenen privaten Anbietern durchgeführt. Nach dem Kurs und einer schriftlichen Abschlussarbeit erhalten Teilnehmende das SUVA-anerkannte Zertifikat.

Wer tiefer einsteigen will, kann sich zum ASGS-Spezialisten mit eidgenössischem Fachausweis weiterbilden — die Berufsprüfung wird jährlich durchgeführt und ist der anerkannte Standard für professionelle Sicherheitsfachleute in der Schweiz.

Interner SIBE oder externer Sicherheitsbeauftragter?

Nicht jeder Betrieb hat die Ressourcen, einen eigenen Mitarbeitenden als SIBE auszubilden und freizustellen. In vielen Fällen ist ein externer Sicherheitsbeauftragter die sinnvollere Lösung.

Wann ein interner SIBE sinnvoll ist

Wann ein externer SIBE besser passt

Kostenvergleich: Ein interner SIBE kostet mindestens CHF 1'000–1'400 für die Grundausbildung plus laufende Arbeitszeit (typisch 5–10% des Pensums). Ein externer SIBE beginnt bei wenigen Beratertagen pro Jahr — oft günstiger und mit deutlich mehr Fachwissen.

Braucht Ihr Betrieb einen externen SIBE?

Als zertifizierter ASGS-Spezialist übernehme ich die Rolle Ihres Sicherheitsbeauftragten — flexibel, professionell und direkt vor Ort in der Ostschweiz.

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Was passiert, wenn Sie keinen SIBE haben?

Wenn Ihr Betrieb unter die Beizugspflicht fällt und kein Sicherheitssystem nachweisen kann, riskieren Sie bei einer Kontrolle durch das Arbeitsinspektorat oder die SUVA Auflagen und Fristen zur Nachbesserung. Bei einem Arbeitsunfall ohne dokumentierte Sicherheitsmassnahmen kann es strafrechtliche Konsequenzen geben — für die Geschäftsleitung persönlich.

Ausserdem: Betriebe mit guter Arbeitssicherheit profitieren von tieferen Versicherungsprämien und weniger Ausfällen. Prävention lohnt sich auch finanziell.

So finden Sie den richtigen SIBE für Ihren Betrieb

Ob intern oder extern — bei der Wahl Ihres Sicherheitsbeauftragten sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  1. Qualifikation prüfen — mindestens KOPAS-Grundkurs, idealerweise ASGS-Fachausweis
  2. Branchenerfahrung — kennt die Person die typischen Gefährdungen Ihrer Branche?
  3. Praxisorientierung — erstellt die Person praxistaugliche Konzepte oder nur Papier?
  4. Regionale Nähe — ist die Person schnell vor Ort bei Ihnen?
  5. SGAS-Verzeichnis — die Schweizerische Gesellschaft für Arbeitssicherheit führt eine Liste qualifizierter Spezialisten

Zusammenfassung

Der Sicherheitsbeauftragte ist eine zentrale Funktion in jedem Schweizer Betrieb, der Arbeitssicherheit ernst nimmt. Ob KOPAS, interner SIBE oder externer ASGS-Spezialist — wichtig ist, dass die Funktion kompetent besetzt ist und die Geschäftsleitung dahintersteht. Denn die Verantwortung für sichere Arbeitsplätze bleibt immer Chefsache.

Als ASGS-Spezialist mit eidgenössischem Fachausweis unterstütze ich Betriebe im Kanton St. Gallen und der Ostschweiz als externer Sicherheitsbeauftragter — praxisnah, effizient und auf Augenhöhe.

PK

Pascal Kurz

Sicherheitsingenieur & ASGS-Spezialist mit eidg. Fachausweis. Berät Unternehmen im Kanton St. Gallen und der Ostschweiz zu Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und ISO-Zertifizierung.