Sicherheitsbeauftragter

SiBe-Ausbildung in der Schweiz — welche Stufe für welchen Betrieb?

Von Pascal Kurz · November 2026 · 5 Min. Lesezeit

Wer in der Schweiz Sicherheitsbeauftragter (SiBe) werden soll, findet keine einzelne «SiBe-Ausbildung», sondern ein Stufensystem der Suva. Der Einstieg ist ein Kurs von ein bis zwei Tagen, darauf bauen weitere Stufen auf. Welche davon sinnvoll ist, hängt von Betriebsgrösse und Gefährdungen ab.

SiBe ist eine Funktion, KOPAS eine Weiterbildung

Das wird oft vermischt. Der Sicherheitsbeauftragte (SiBe) ist eine Funktion im Betrieb mit operativen und strategischen Aufgaben (nach dem EKAS-Referat zu den ASGS-Aufgaben) im Bereich Arbeitssicherheit. Die Kontaktperson für Arbeitssicherheit (KOPAS) ist dagegen eine Weiterbildung von ein bis zwei Tagen (nach Suva). Die KOPAS-Weiterbildung ist also ein möglicher Einstieg in die SiBe-Funktion, aber nicht die Funktion selbst.

Wann ein Betrieb überhaupt Spezialisten der Arbeitssicherheit beiziehen muss, regelt die EKAS-Richtlinie 6508. Mehr dazu in meinem Beitrag EKAS-Richtlinie 6508: Was sich 2025 geändert hat und im Leitfaden Sicherheitsbeauftragter in der Schweiz.

Die vier Ausbildungsstufen im Überblick

Die Suva unterscheidet vier Stufen. Mit jeder Stufe steigen Fachtiefe und Verantwortung.

Stufe Dauer Aufgabe
Kontaktperson ASGS (KOPAS) 1–2 Tage Grundwissen zur Arbeitssicherheit, Bindeglied zwischen Mitarbeitenden und höheren Sicherheitsinstanzen
Sicherheitsassistent ASGS 8 Tage, Suva-Zertifikat Setzt Sicherheitsmassnahmen um, organisiert Schulungen, überwacht Richtlinien
Spezialist ASGS modular, Berufsprüfung mit eidg. Fachausweis Ermittelt Gefährdungen, entwickelt Massnahmenpläne, überwacht die Umsetzung
Experte ASGS modular, höhere Fachprüfung mit eidg. Diplom Führt Risikobeurteilungen durch, sichert die Rechtskonformität, prägt die Präventionsarbeit

Quelle: Suva, Ausbildungsstufen für Sicherheitsbeauftragte.

Welche Stufe passt zu Ihrem Betrieb?

Eine feste Zuordnung von Betriebstyp zu Kursstufe gibt es nicht. Die Suva beschreibt, was jede Stufe kann: KOPAS vermitteln Grundwissen, Sicherheitsassistenten setzen Massnahmen um, Spezialisten ermitteln Gefährdungen und entwickeln Massnahmenpläne, Experten führen Risikobeurteilungen durch und sichern die Rechtskonformität. Welche dieser Aufgaben in Ihrem Betrieb anfallen, zeigt die Gefährdungsermittlung. Wie sie aufgebaut ist, steht auf der Seite zur Gefährdungsbeurteilung.

Ob Ihr Betrieb nach der EKAS-Richtlinie 6508 Spezialisten beiziehen muss, hängt von Gefährdungen und Mitarbeitendenzahl ab, siehe EKAS-Richtlinie 6508.

Schulung im Betrieb

Die Suva bietet Kurse und Lehrgänge an, die auf der oben verlinkten Seite beschrieben sind. Ich biete die KOPAS-Weiterbildung als Schulung direkt in Ihrem Betrieb an, siehe Schulungen und KOPAS.

Ausbilden oder extern lösen?

Nicht jeder Betrieb möchte eine Person ausbilden und dafür freistellen. Ein externer Sicherheitsbeauftragter übernimmt die Funktion, ohne dass Sie eine Ausbildung organisieren müssen. Die Übergabe beschreibe ich im Beitrag SiBe auslagern: Ablauf der Übergabe.

Unsicher, welche Stufe Ihr Betrieb braucht?

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, ob Ausbildung oder externes Mandat besser passt.

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Häufige Fragen zur SiBe-Ausbildung

Was ist eine SiBe-Ausbildung?

Eine SiBe-Ausbildung bereitet auf die Funktion des Sicherheitsbeauftragten im Betrieb vor. Es gibt keine einzelne Ausbildung, sondern vier Stufen: Kontaktperson ASGS (KOPAS), Sicherheitsassistent ASGS, Spezialist ASGS und Experte ASGS.

Wie lange dauert ein SiBe-Kurs?

Der Einstieg über die KOPAS-Weiterbildung dauert ein bis zwei Tage. Der Lehrgang zum Sicherheitsassistenten ASGS dauert acht Tage und schliesst mit einem Suva-Zertifikat ab. Spezialist und Experte ASGS werden modular berufsbegleitend vorbereitet, die Dauer hängt vom Anbieter ab.

Sind SiBe und KOPAS dasselbe?

Nein. SiBe, also Sicherheitsbeauftragter, ist eine Funktion im Betrieb mit operativen und strategischen Aufgaben (nach dem EKAS-Referat zu den ASGS-Aufgaben). KOPAS ist eine Weiterbildung von ein bis zwei Tagen (nach Suva).

Welche Ausbildung braucht ein Sicherheitsbeauftragter?

Eine feste Zuordnung gibt es nicht. Die Suva unterscheidet vier Stufen mit steigender Fachtiefe: KOPAS, Sicherheitsassistent, Spezialist und Experte ASGS. Welche Aufgaben in Ihrem Betrieb anfallen, zeigt die Gefährdungsermittlung.

Muss ich einen Sicherheitsbeauftragten selbst ausbilden lassen?

Nein. Ein externer Sicherheitsbeauftragter übernimmt die Funktion, ohne dass Sie eine Person im Betrieb ausbilden und freistellen müssen.

PK

Pascal Kurz

Sicherheitsingenieur & ASGS-Spezialist. Berät Unternehmen im Kanton St. Gallen und der Ostschweiz zu Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und ISO-Zertifizierung.

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